Zur gesellschaftlichen Stellung des Trainers und zur Entwicklung des Trainerwesens in der DDR

Es war schon bemerkenswert, ja erstaunlich, wie viele Menschen in Deutschland wie auch im Ausland im Dezember 2008 an dem 80. Geburtstag der Eiskunstlauftrainerin Jutta Müller aus Chemnitz Anteil nahmen. Sie ist in ihrer Sportart die erfolgreichste Trainerin der Welt und führte ihre Schützlinge zu 57 Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie bei Olympischen Spielen. Katarina Witt, Gaby Seifert, Anett Pötsch, Jan Hoffman und andere gingen aus ihrer Meisterschule hervor und begeisterten Millionen von Menschen mit ihren sportlichen Leistungen und ihrer individuellen Ausstrahlung. Fachkenner und Freunde heben besonders die hohe fachliche Kompetenz, die Zielstrebigkeit und die pädagogische Beharrlichkeit Jutta Müllers hervor. Ähnliches traf auch für viele andere langjährig erfolgreiche Trainer im Sport der DDR zu. Beispielhaft seien hier Hans Renner (Skispringen), Ewald Mertens (Leichtathletik) "Jule" Feicht (Sportschwimmen), Theo Körner (Rudern), Peter Kretschmar (Handball), Wolfram Lindner (Radsport) oder Jürgen Heritz (Gerätturnen) genannt. Blickt man auf ihre Karriere als Sportler und Trainer, so wird deutlich, dass sie eng mit der Erfolgsgeschichte des Sports in der DDR von 1949 bis 1990 verbunden ist. Sie widerspiegelt in vielerlei Weise die Entwicklung des Trainerberufs und die Stellung des Trainers in der DDR.

Eiskunstläuferin Jutta Müller mit ihren Weltmeistern Katharina Witt, Anett Witt-Pötsch, Tochter Gaby Seyfert und Jan Hoffmann (1988) Abb. 2: Eiskunstläuferin Jutta Müller mit ihren Weltmeistern Katharina Witt,
Anett Witt-Pötsch, Tochter Gaby Seyfert und Jan Hoffmann (1988)